Spenden für den Tierschutz

Viele kleine Tierschutzvereine berichten über einen Rückgang der Spenden. Tierheime kämpfen darum, den Betrieb überhaupt aufrecht erhalten zu können.
Kein Wunder bei den vielen kontroversen Berichten in den Medien und den offensiven Werbemethoden einiger weniger großer Organisationen. Das als Ausrede zu benutzen, um überhaupt nicht zu Spenden, ist für die bedürftigen Tiere aber fatal.

Aber wie findet man nun einen seriösen Verein, bei dem das Geld wirklich gut investiert ist?

Zuerst mal sollte man nach Vereinen suchen, die auch wirklich die Art von Arbeit leisten, die man unterstützen möchte. Das sind nicht unbedingt nur die großen mit professionellem Medienauftritt und Prominenten, die für sie werben.

Jeder wird auch in seiner näheren Umgebung kleine Initiativen finden, die mit viel Einsatz gute Arbeit  leisten.

Helfen kann übrigens auch ein Blick auf Spendenportale wie I-Do World. Hier werden zwar nur regelrecht lächerlich kleine Summen tatsächlich gespendet, aber es werden Projekte vorgestellt, die auf die ein oder andere gute Initiative aufmerksam machen.

Aber was ist denn nun gute Tierschutzarbeit?

Diese Frage muß wohl jeder für sich selbst beantworten.

  • Welche Tiere werden betreut?
  • Wo findet der Tierschutz statt? Bei uns oder irgendwo in der Welt? Gerade über die Rettung von Tieren aus dem Ausland sollte man sich wirklich informieren und Gedanken machen, bevor man sie unterstützt.
  • Werden Tiere in Not ‚gerettet‘ und aufgenommen um dann auf diesem ‚Gnadenhof‘ den Rest ihres Lebens zu verbringen oder werden Tiere wieder weitervergeben? Gerade die Haltung von Pferden ist auch auf einem Tierschutz-Gnadenhof aufwändig und teuer. Allzu schnell sind die wenigen Plätze gefüllt und beim nächsten Notfall – wenn es schnell gehen muß – steht keine Box mehr zur Verfügung.

Hier auf der Pferdeheimat sehe ich täglich wie viele Menschen nach Pferden in Not suchen und ihnen ein gutes Zuhause bieten können und wollen.
Ist es wirklich nötig Tiere in Gnadenhöfen zu sammeln, für die auch eine Nachfrage bei privaten Besitzern besteht?
Unsere Haustiere, egal ob Hund, Katze oder Pferd, wurden vor tausenden von Jahren domestiziert und damit an den Menschen gewöhnt. Heute suchen und brauchen sie in aller Regel Zuwendung und auch Beschäftigung durch den Menschen. Große Organisationen können das nicht bieten, auch nicht, wenn sie Tierparadiese unterhalten.

  • Erfolgt die Haltung der Tiere auf dem Gnadenhof so, wie ich mir das vorstelle?

Nein, damit meine ich nicht oberflächlich auf einen schön hergerichteten Hof zu schauen sondern sich wirklich anzusehen, wie es den Tieren damit geht. Pferde stört es nicht, wenn eine Fassade schäbig ist, solange sie liebevoll versorgt werden und einen guten Auslauf sowie ausreichend Futter zur Verfügung haben.

Dennoch – gut gemeint ist das Gegenteil von gut. Kompromisse müssen überall gemacht werden, klar, aber wo sind die Grenzen?

Die Frage nach der fachlichen und persönlichen Qualifikation der betreuenden Menschen sollte doch nicht völlig aus den Augen verloren werden.
Auch muß jeder Verein früher oder später einen Weg finden damit umzugehen, dass er eben nicht jedem Tier helfen kann.
So manches Mal erinnern die Zustände an das Krankheitsbild des Animal Hoarding, es werden Vorstellungen von den Bedürfnissen der Tiere gepflegt, die weit jenseits der Realität liegen.

  • Welche sonstigen Leistungen erbringt der Verein?

Kein Verein dieser Welt wird alle Tiere in Not aufnehmen können, eine wichtige Aufgabe des Tierschutzes sollte es also auch sein, zu verhindern dass immer so viele Tiere in Not geraten.
Offentlichkeitsarbeit um die Gesellschaft für die Bedürfnisse von Tieren zu sensibilisieren ist nur ein Punkt. Auch kleine Vereine können beispielsweise mit Kindern arbeiten und ihnen den richtigen Umgang mit den Tieren beibringen und so einen großen Beitrag zur Prävention von Tierleid leisten.

Nun haben wir uns eine Liste mit Tierschutzvereinen erstellt, die in die engere Wahl kommen. Wie geht es nun weiter?

Der Umgang mit Spendengeldern ist nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar. Bei einer Überprüfung der Werbe- und Verwaltungsausgaben einiger Tierschutzinitiativen kommen einem aber leicht Zweifel, an deren seriösen Absichten.

  • Ein Anhaltspunkt zur Überprüfung von Tierschutzvereinen sind Spendensiegel. In Deutschland ist hier der DZI zu nennen, für Österreich gibt es das österreichische Spendengütesiegel.
  • Außerdem sollte natürlich die Anerkennung als gemeinnütziger Verein gegeben sein.
  • Auch mal mit Hilfe von Google nachzufragen, was denn im Internet so über den Verein bekannt ist, kann nicht schaden
  • Ein Informationsportal, das ich hier erwähnen möchte, ist CharityWatch. Einerseit kann man selbst eine Anfrage stellen, andererseits sind bereits viele Vereine eingetragen, deren Beurteilung öffentlich zur Verfügung stehen.

Sich nur auf schöne bunte Hochglanzwerbeprospekte zu verlassen führt leider dazu dass da, wo wirklich Tierschutzarbeit geleistet wird, oft viel zu wenig Geld ankommt, während andere im Geld schwimmen und sich bereichern.

Hier ein paar Links zu entsprechenden Beiträgen in den Medien aus der letzten Zeit:

Die Geschichte des Zarenhofs

Sendung Markt im NDR-Fernsehen: Das Geschäft mit dem Mitleid

Spiegel: Das Geschäft mit dem Dackelblick

Die Weltwoche: Pfoten auf Abwegen

1 Kommentar
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  1. Leider wanderten viele Spenden in die eigene Tasche. Kann mir vorstellen das es auch deshalb zurückgegangen ist.

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