Animal Hoarding – Tiere sammeln

Das Tierhortungssyndrom ist eine psychische Störung, bei dem ein Mensch aus einer Sucht heraus beginnt Tiere zu sammeln. In Deutschland ist dieses Krankheitsbild noch nicht wissenschaftlich anerkannt, aber in den USA beschäftigen sich Forschergruppen schon lange mit diesem Phänomen.

Gesammelt werden in den meisten Fällen Hunde und Katzen, aber auch jede andere Tierarzt kann betroffen sein. Meistens sind die Sammlerinnen Frauen über 50.

Tiere werden leidenschaftlich gesammelt, bis Arbeit und finanzieller Aufwand nicht mehr zu bewältigen sind und die Tiere völlig verwahrlosen. Grundlage sind typischerweise ausgeprägte Tierliebe mit menschlicher Vereinsamung.
Häufig gehört es leider auch zu diesem Krankheitsbild, dass der Tierhalter nicth erkennt, wie schlecht es den Tieren geht. Die Realität wird nur noch sehr selektiv wahrgenommen, ansonsten müßte man ja das eigen Verhalten ändern.

Selbst Auflagen und Bußgelder, die von eingeschalteten Amtstierärzten erteilt werden, werden von diesen “Tier Messies” ignoriert. Kommt es schließlich zur Beschlagnahmung der Tiere, wird häufig erst dann das ganze Ausmaß offensichtlich.
Häufig kommt es vor, dass der Betroffene nach einer Beschlagnahmung und einem Tierhalteverbot den Wohnort wechselt und sofort wieder von neuem beginnt zu Sammeln. Ohne psychologische Betreuung beträgt die Rückfallquote nahezu 100%.

Eine amerikanische Arbeitsgruppe hat die von Animal Hoarding betroffenen Menschen in vier Gruppen eingeteilt, wobei es natürlich auch alle Mischformen gibt:

  1. Der Pflegertyp:
    Er will sich anfänglich um die Tiere kümmern, schließlich wächst ihm das aber über den Kopf. Er kann das Problem für sich aber weder kommunizieren noch lösen. Er leugnet das Problem aber nicht vollständig.
  2. Der Rettertyp:
    Die Aufnahme von Tieren ist Mission und Berufung in einem. Er meint, nur bei ihm haben es die Tiere gut. Jede Einsicht fehlt. Autoritäten werden gemieden, Weisungen nicht befolgt.
  3. Der Ausbeutertyp:
    Tiere werden aus eigennützigen Zwecken angeschafft, es gibt kein Schuldbewußtsein. Häufig kann lange Zeit auch Behörden etwas vorgespielt werden.
  4. Der Züchtertyp:
    Ursprünglich sind die Tiere für Ausstellungen oder den Verkauf bestimmt, dann geht jeglicher Überblick verloren.

Besteht der Verdacht auf Animal Hoarding, sollte man den Amtstierarzt verständigen und auch auf dieses Tiersammelsyndrom hinweisen. Die Akademie für Tierschutz ist gerne bereit den Amtstierarzt ausführlich zu diesem Krankheitsbild zu informieren.

Für alle gibt es eine Informationsbroschüre zum Download.

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Admin