Das Arabische Pferd

Das arabische Pferd ist ein Produkt seiner Umwelt. Die harten Lebensbedingungen in den Wüstenregionen der arabischen Halbinsel haben in 1 ½ Jahrtausenden die Grundlage für diese sehr zähen Pferde gelegt. Gehalten wurden sie mit sehr engem Anschluß an die Familie, bis heute fällt die enge Bindung der arabischen Pferde an ihren Menschen auf.

Auch wenn die Zeiten, in denen die Beduinen ihre Pferde für Raubzüge in der Wüste brauchten, vorbei sind, gilt es, diese schönste und edelste Pferderasse zu bewahren.

Organisiert ist die Zucht weltweit in der World Arabian Horse Organisation, die pro Land nur einen Mitgliedsverein anerkennt.

Für Deutschland ist das der Verband der Züchter und Freunde des arabischen Pferden mit Sitz in Hannover. Betreut werden alle arabischen Pferde

Österreich: Verband der Vollblutaraberzüchter Österreich

Schweiz: Schweizer Zuchtverband für arabische Pferde

Zu den arabischen Pferden gehören:

  • Vollblutaraber
  • Anglo Araber
  • Shagya Araber
  • Arabische Halbblüter, Partbred
  • Die Araberrasse

Vollblut Araber:

Die kleinen arabischen Pferde mit einem Stockmaß von 145 – 155 stammen ursprünglich aus den Ländern der arabischen Halbinsel sowie aus Ägypten. Erst im 19 Jahrhundert gelangten sie in die nicht-arabische Welt. Es handelt sich um eine sehr alte Rasse, wahrscheinlich die älteste überhaupt. Bereits der Prophet Mohammed gehörte zu ihren Förderern.

Als arabisches Vollblut dürfen nur die Pferde bezeichnet werden, die in allen ihren Abstammungslinien erwiesenermaßen auf Originalaraber aus der Wüstenzucht der Beduinen auf der arabischen Halbinsel zurückgehen.
In deutschen Abstammungspapieren ist der Vollblutaraber durch ein ox hinter dem Namen gekennzeichnet, was auch dem Brandzeichen entspricht.

Aussehen:

Es kommen alle Farben vor, wobei Schimmel am häufigsten sind. Rappen sind sehr selten, da die schwarzen Pferde von den Beduinen abgelehnt wurden.
Der typische schöne kleine Kopf wird hoch und frei getragen. Die Stirn ist hoch und breit, der Kopf verjüngt sich Richtung Maul hin stark. Häufig haben Vollblutaraber einen Hechtkopf.
Die kurze Rückenlinie führt zu einem eher quadratischen Rahmen. Der Schweif ist hoch angesetzt und wird frei getragen.

Die kleinen harten Hufe sind sehr widerstandsfähig.

Intelligenz, Zähigkeit, Regenerationsvermögen, Empfindsamkeit, Härte und Ausdauer, das sind die Eigenschaften, die die wohl schönste und edelste Pferderasse kennzeichnen.

Trotz ihres Temperamentes sind sie leicht handhabbar und ihre Leistungsbereitschaft macht die Ausbildung leicht.

Sehr geeignet sind sie für den Distanzreitsport, Wanderreiten sowie den Galopprennsport.

Anglo-Araber:

Aussehen:

Edel, früher oft leicht und fein heute eher schwerer. Meist sind es Braune, aber alle Fellfarben kommen vor. Sie haben einen markanten Widerrist, die Beine sind trocken und klar. Das Stockmaß ist mit 160-170 cm angegeben.

Zucht und Herkunft:

Der Anglo-Araber ist aus der Kreuzung von Arabischem und Englischem Vollblut hervorgegangen. Er sollte die Vorzüge beider Rassen vereinen um das perfekte Kavalleriepferd zu schaffen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Zucht umgestellt und vielseitige Sportpferde angestrebt.

Heute ist der französische Anglo-Araber der bekannteste. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand er in den Gestüten Le Pin und Pompadour.
Es sind Leistungspferde mit ausgezeichneten Grundgangarten und überragendem Springvermögen.

Für einen Stutbucheintrag ist ein Mindestanteil von 25 % arabischer Vorfahren in der 4. Ahnenreihe vorgeschrieben. Neben Vollblutarabern werden auch Shagya-Araber anerkannt. Die restlichen Ahnen sollen entweder Anglo-Araber oder Englische Vollblüter sein.

In Deutschland bekannt wurde der Hengst Ramses (v. Rittersporn) als Vater vieler berühmter Spring- und Dressurpferde.

Neben der Zuchtverwendung als Vererber in der Sportpferdezucht entwickelte sich zeitgleich ein sehr erfolgreicher Einsatz von kleineren Hengsten aus der französischen Anglo-Araberzucht in der noch jungen Zuchtrichtung „Deutsches Reitpony“.

Shagya Araber

Die Herkunft des Shagya Araber geht auf staatliche Gestüte der k.u.k. Monarchie zurück. Gezüchtet werden sollte ein robustes, hartes audauerndes Pferd für die militärische Nutzung und den Einsatz in der Landwirtschaft.

Es entstand eine eigene Zuchtrichtung, die als “Araber Rasse” bekannt war, später wurde sie nach einem Hengst in “Shagya Araber” umbenannt.

1806 wurde das Stutbuch geschlossen und ausschließlich noch ausgesuchte Arabische Zuchthengste zur Veredelung eingesetzt. Der Fremdblutanteil ist inzwischen entsprechend gering.

Aussehen, Exterieur:

Erwünscht ist ein unverkennbar arabischer Ausdruck. Der Shagya Araber soll edel, harmonisch und ausgewogen sein. Der Kopf keilförmig, trocken und wohlgeformt mit breiter Stirn und ausdrucksvollem Gesicht.

Der markante Widerrist ist gut bemuskelt und reicht weit in den mittellangen Rücken hinein. Der Schweif ist hoch angesetzt und wird in weitem Bogen getragen.

Lebhaftes Temperament und dabei ein gutmütiger und gelehriger Charakter.

Als Größe ist ein Stockmaß von 150-160 cm angestrebt. Alle Grundfarben kommen vor, wobei Schimmel überwiegen. Schecken sind unerwünscht.

Internationale Shagya-Araber Gesellschaft

Arabische Halbblüter, Partbred

Hierbei handelt es sich um keine eigenständige Rasse.

Es wurde zunächst ein Vorbuch, später Sportpferderegister, eingerichtet, in dem Nachkommen von Araberhengsten aus Stuten anderer Rassen mit geringem Anteil arabischen Blutes registriert wurden.
Häufig stammten diese Stuten aus Pony- Reitpony- oder Kleinpferdemutterlinien, die mit einem Vollblutaraberhengst verdelt werden sollte.

Daneben wurde von den Warmblutzuchtverbänden auf Anglo-Araber und Shagya-Araber Hengste zurückgegriffen, um ein modernes Sportpferd zu erreichen.

Araberrasse

Diese Gruppenbezeichnung dient als Auffangbecken für alle Pferd arabischer Abstammung, die sich nicht den anderen Bezeichnungen zuordnen lassen. Es sind Pferde, die nicht rein genug sind für einen Vollblutaraber, aber zu wenig Fremdblutanteil haben für ein Partbred.

Hier finden sich auch die immer beliebteren Farbzuchten wie Pintos und Palominos mit über 90% arabischem Vollblutanteil.

Beliebte Pferderassen

aktuelle Themen

Admin