Iberische (spanische) Pferderassen

Bei diesen Rassen handelt es sich um Pferde, die vorwiegend aus Spanien und Portugal stammen. Es sind Barockpferde, die häufig im klassischen Reitstil geritten werden. Zu ihnen gehören u.a. die Pferderassen:

  • Andalusier
  • Lusitano
  • Menorquino / Pferd reiner menorquinischer Rasse PRM
  • Sorraia
  • Altér Real
  • Karthäuser Pferd (Cartujano)

Schon zu Zeiten der Griechen und Römer waren die Pferde er iberischen Halbinsel im ganzen Mittelmeerraum berühmt. Somit ist das spanische Pferd neben dem Araber eine der ältesten Pferderassen der Welt.

Im 16. Und 17. Jahrhundert erlangten sie zudem eine große Bedeutung als Veredler anderer europäischer Pferderassen.

Als Prunkt- und Luxuspferde waren sie an allen bedeutenden Fürstenhöfen vertreten.

Landläufig wird die Bezeichnung Andalusier für alle in Spanien gezüchteten, iberischen Pferderassen außer Ponys und Kaltblütern verwendet, es handelt sich aber nicht um eine korrekte Rassebezeichnung. Sie stammt von der Bezeichnung Al-Andalus, wie im mittelalter der muslimische Teil der Pyrenäenhalbinsel genannt wurde.

Pura Raza Espanola, P.R.E. (Andalusier)

Die Pura Raza Espanola -P.R.E.- ist die sogenannte Reine spanische Rasse. Sie wird seit Anfang des letzten Jahrhunderts in Reinzucht gezüchtet. Welche Bedeutung die Pferdezucht in Spanien hat, sieht man daran, dass bis heute das Zuchtbuch vom Verteidigungsministerium bewacht wird. Ausschließlich dort können Zuchttiere registriert bzw. gekört werden.

Entstehung der Rasse:

Alte iberische Pferderassen waren die Vorläufer dieser Pferderasse. Im Mittelalter blühte die Zucht des spanischen Pferdes, weil es am besten den Vorstellungen eines Barockpferdes entsprach.

Viele adelige Familien gingen der Pferdezucht nach, einen einheitlichen Typ gab es aber nicht. Es entstanden viele verschiedene Linien, die teils bis heute existieren.

Eingesetzt wurden diese edlen Pferde als wendige Kriegspferde, aber vor allem auch an den Fürstenhöfen sowohl als Reit- als auch als Fahrpferde.

Zuchtziel:

Kurzer, gut bemuskelter Rücken

Kopf ausdruckvoll mit gerader oder gering gewölbter Profillinie

Gerade Rückenlinie

Nicht allzu hoher Halsansatz, Mähne kräftig und reichlich

Reitpferdetyp der klassischen Schule

Geeignet für das gesamtes Repertoire der Hohen Schule aber auch als Kutschpferde

Lusitano

Dieses ursprünglich aus Portugal stammende Pferd geht wahrscheinlich auf das Sorraiapferd zurück. Es ist kleiner und sehniger als die P.R.E., aber ansonsten ähnlich.

Eingesetzt wird diese Pferderasse heute für Dressur, Freizeit, Fahren aber auch für den Stierkampf.

Das Temperament dieser mutigen und intelligenten Pferde ist sehr ausgewogen.

Jahrtausendelang erfolgte die Zucht fast ausschließlich mit dem Ziel Kampfpferde zu erhalten. Ein wichtiger Punkt war, dass die Pferde eine ausgesprochene Kooperationsbereitschaft besaßen, außerdem Nervenstärke und Gehorsam. Im Gegensatz zum P.R.E. wurde nach der Zuchtumstellung nicht ein Pferd für die Show gezüchtet, sondern für den Stierkampf, so dass die Eigenschaften des Kampfpferdes weitgehend erhalten geblieben sind.

Lusitanos sind Quadratpferde mit einem Stockmaß bis 1.60m, bei größerem Stockmaß können sie auch leicht rechteckig sein. Sie weisen einen deutlichen Ramskopf auf.

Die drei guten, taktreinen Gangarten machen sie zu guten Dressurpferden, außerdem sind sie für die Hohe Schule geeignet.

Caballo de Pura Raza Menorquina, reinrassiges menorquinisches Pferd, PRM

Nach heutigen Gentests geht man davon aus, dass diese barocke Pferderasse mit Arabern, Berbern und dem portugiesischem Lusitano verwandt ist. Als eigene Rasse ist sie erst seit 1989 anerkannt, vorher galt sie als Unterrasse des Andalusiers.

Als einzige Farbe ist schwarz zugelassen in allen Varianten. Abzeichen an Kopf und Füßen dürfen aber vorkommen. Die Fohlen kommen braun zu Welt.

Eingesetzt werden sie als Showpferde, besitzen aber auch eine gute Eignung für die Dressur.

Sorraia

Diese Pferderasse sind Nachkommen einer kleinen Population wildlebender Pferde aus Portugal, die 1920 entdeckt wurden. Bei einem Stockmaß von 1.40m sind sie fast immer falbfarben mit dunkler Gesichtspartie.

Ob es sich wirklich um Hauspferde oder doch um Wildpferde handelt ist nach wie vor umstritten.

Sie gelten als Vorfahre der Andalusier und Lusitanos

Seit 1937 gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm.

Ausführliche Informationen finden sich unter http://www.sorraia.org

Für alle Liebhaber der Sorraia oder auch als besonderes Geschenk für alle Pferdebegeisterten, möchte ich hier das Buch Das Jahr des Pferdes von Michael Schäfer erwähnen. Der verstorbene Tierarzt hat in Deutschland diese seltene Pferderasse gezüchtet und in dem Buch finden sich viele ausgesprochen schöne Fotos.  Leider ist es beim Verlag vergriffen. Manchmal gibt es Exemplare über Amazon oder bei Ebay

Altér Real

Portugiesische Pferderasse, die durch das Herrscherhaus Bragonça 1747 gegründet wurde auf der Grundlage von Andalusiern. Gezüchtet wurden Paradepferde. Die Pferde ähneln dem Lusitano, ihre Erhabenen Gänge prädestinieren sie für die Hohe Schule. Meistens handelt es sich um Braune, aber auch Dunkelbraune, Füchse und Schimmel kommen vor.
Zwischenzeitlich fast ausgestorben, scheint heute der Fortbestand dieser seltenen Pferderasse gesichert zu sein.

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