Kennzeichnung von Pferden – Chip, Heißbrand, Equidenpass

Seit dem 1. Juli 09 müssen alle nach diesem Datum geborenen Equiden in den EU-Mitgliedsstaaten

1. Durch den Equidenpass

2. Durch individuelle Kennzeichnung eindeutig identifizierbar sein.

Grundsätzlich sollte die elektronische Kennzeichnung mittels Transponder (Mikrochip)gewählt werden. Vorgeschrieben ist EU-weit die genaue Art des Transponders, die Körperstelle (linker Hals im Bereich des Nackenbandes), die Durchführung sowie der Zeitpunkt (Identifizierung bei Ausstellung des Equidenpasses). Auslesbar ist der Transponder jederzeit mit Hilfe eines Lesegerätes.

Alternative Methoden sind nur in Ausnahmefällen zulässig und nur, wenn sie nachgewiesenermaßen gleichwertig sind insbesondere im Bezug auf die eindeutige Identifizierung. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um ein Zugeständnis an die kurzfristige Kennzeichnung von Fohlen, die für die Schlachtung gezüchtet wurden.

Heißbrand

Schon seit Jahrtausenden werden Pferde mittels Schenkelbrand gekennzeichnet, um gestohlene Pferde identifizieren zu können. Heute ist er v.a. ein wichtiges Markenzeichen geworden für führende Zuchtverbände wie Hannoveraner, Holsteiner, Oldenburger und Trakehner. Er gilt als fälschungssicher und ist überall auf der Welt von jedem ohne Hilfsmittel erkennbar.

Gesetzt wird er an der stark bemuskelten Hinterhand, hier verlaufen wenige Nerven. Durch Aufpressen des 800°C heißen Brenneisens wird eine Verbrennung 3. Grades erzeugt. Nur so kann eine ausreichende Narbenbildung und damit ein dauerhaft lesbares Kennzeichen erzeugt werden.
Die Zuchtverbände geben an, Fohlen zeigen kurz nach dem Brennen  wieder normales Verhalten und ließen sich auch schnell wieder an dieser Stelle putzen. Tierschützer behaupten, dass Pferde durch den Heißbrand erheblichen Schmerzen ausgesetzt sind, die auch noch lange anhalten.

In der Fohlensaison 2010 wurden viele Fohlen laut Vorschrift mittels Transponder gekennzeichnet und erhielten zusätzlich ein Brandzeichen als Markenzeichen und für jeden erkennbare Identifikation. Dadurch wurden diesen Fohlen gleich zweimal ein schmerzhafter Eingriff zugemutet. Dagegen haben Tierschutzvereine protestiert.

Das Tierschutzgesetz besagt, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf.
Des Weiteren ist es verboten, Tiere zu Werbezwecken heranzuziehen, wenn damit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind.

Die Tierschutzrelevanz des Heißbrandes wird schon lange diskutiert.

In ihrer Stellungnahme zur Kennzeichnung von Pferden mittels Heißbrand und / oder Transponder führt die TVT mehrere Studien an, die belegen, dass eine Kennzeichnung mittels Heißbrand für die Fohlen belastender ist als eine Kennzeichnung mittels Transponder. Zwar zeigen Fohlen bei beiden Verfahren eine Schmerzreaktion, beim Heißbrand hält sie aber wesentlich länger an, was auch mittels Blutproben noch nach Tagen nachweisbar bleibt.

Außerdem haben Untersuchungen ergeben, dass häufig die Zuchtverbandsbrände ganz gut lesbar bleiben, die Nummernbrände oft aber kaum noch zu entziffern sind. Somit ist eine sichere Identifizierung auf den ersten Blick ohnehin nicht gegeben.

In Dänemark und den Niederlanden ist der Heißbrand bereits verboten.

In Deutschland wehren sich Pferdezüchter gegen ein Verbot.

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