Definitionen von COPD, SAID, RAO, IAD und Dämpfigkeit

Im Laufe der Zeit ist eine ganze Reihe von Begriffen zur Beschreibung der chronischen Atemwegserkrankungen beim Pferd eingeführt und auch wieder verworfen worden. Hier ein paar Erklärungen.

RAO: Recurrent Airway Obstruction – wiederkehrende Atemwegsobstruktionen

Nach Robinson ist diese Krankheit definiert als: “Atemwegsobstruktion erwachsener Pferde, die sich bei Umgebungswechsel oder nach Gabe von Bronchodilatatoren als reversibel erweist.”

Ursächlich liegt ihr einerseits eine allergische andererseits eine unspezifische Ursache zugrunde.
Auslöser für die Allergie sind in der Regel die Schimmelpilzsporen aus Heu und Stroh. Da es sich um einen allergischen Prozess handelt, reichen bei einem Pferd mit RAO schon geringe Mengen, wie sie auch Heu und Stroh sehr guter Qualität vorkommen, um den Krankheitsprozess aufrecht zu erhalten.
Die bereits gereizten Luftwege reagieren neben diesen spezifischen Allergenen überempfindlich auf Reizgase, jeglichen Staub, sehr kalte Luft usw.
Das Endstadium der RAO mündet in der Dämpfigkeit, dem irreversiblen Lungenemphysem

IAD: Inflammatory Airway Disease – Entzündliche Atemwegserkrankung

Diesem Krankheitsbegriff werden alle hustenden Pferde zugeordnet, deren Erkankung nicht auf RAO oder eine Infektion zurückgeführt werden kann. Dies ist mit weitem Abstand die größte Zahl der chronisch hustenden Pferde.
Die betroffenen Pferde reagieren auf unspezifische Reizungen (Schadgase, Staub…) mit einer dauerhaften Entzündung der Atemwege.
Häufig kommt im Laufe der Erkrankung eine Allergie hinzu, was somit zur RAO überleitet.
Die Leistungsminderung ist – wenn überhaupt – dann nur gering und auch der Husten kann fehlen.

Dämpfigkeit: irreversibles Lungenemphysem

Früher, bis 2002 zählte die Dämpfigkeit zu den Gewährsmängeln. Heute wird der Begriff umgangssprachlich häufig falsch für jedes hustende Pferd verwendet.
Ein Lungenemphysem ist eine vermehrte Ansammlung von Luft in den Alveolen, also den feinen Bläschen der Lunge.
Die Verengung der Atemwege verursacht eine Art Ventilverschluss, wobei bei der Inspiration und Weitung des Brustkorbes zwar noch Luft in die hinteren Abschnitte der Lunge hinein-, beim Ausatmen aber nicht wieder hinausgelangen kann.
Irreversibel wird diese Luftansammlung, wenn die Lungenbläschen soweit überdehnt werden, dass sie platzen bzw. sich nicht mehr zusammenziehen können.
Eine irreversibles Emphysem entsteht beim Pferd häufig dann, wenn das kranke Pferd überlastet wird, so dass eine sehr starke Einatmung erfolgt.

COPD: Obstructive Pulmonary Disease – chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Dieser Begriff wurde ursprünglich zur Beschreibung eines spezifischen Krankheitsbildes beim Menschen eingesetzt und ein Zeit lang auf das Pferd übertragen. Heute weiß man, dass die Krankheitsbilder von Mensch und Pferd nicht identisch sind und seit 2001 wurde eine andere Nomenklatur eingeführt.
Der Begriff COPD sollte somit nicht mehr für Lungenerkrankungen des Pferdes verwendet werden.

SAID: Small Airway Inflammatory Disease – Entzündliche Erkrankung der kleinen Atemwege

Auch diese Bezeichnung ist veraltet und sollte nicht mehr verwendet werden.

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