Equine infektiöse Anämie, EIA

Die EIA ist eine auch als “Infektiöse Anämie der Einhufer” oder “Ansteckende Blutarmut der Einhufer / Pferde” bezeichnete Erkrankung, die Tiere wie Pferde, Ponys, Esel, Maultiere und Maulesel befällt.

Nach dem Tierseuchengesetzt besteht ANZEIGEPFLICHT

Der Erreger ist ein Retrovirus, gegen das es noch keinen Impfstoff gibt. Der Erreger vermehrt sich in Blutzellen wie Monozyten und Makrophagen. Nach der Infektion verändert sich das Virus ständig und entzieht sich damit der Immunantwort des Körpers, so dass eine Eliminierung des Virus nicht gelingt. Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger.

Die Erkrankung ist weltweit verbreitet. Häufigeres Vorkommen in Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, Australien sowie Süd- und Osteuropa. Innerhalb der EU ist v.a. Rumänien zu nennen.

In Deutschland hat es 2010 mehrere Ausbrüche gegeben. Häufig waren aus Osteuropa (Rumänien) importierte Pferde beteiligt.

Übertragung:

Die Virusübertragung findet ausschließlich über Blut statt, obwohl das Virus in geringerer Konzentration in allen Körperflüssigkeiten nachweisbar ist. Beißende Insekten wie Bremsen und Stechmücken übertragen es von einem Tier zum nächsten, wobei für eine Infektion in der Regel mehr als ein Stich erforderlich ist.
Außerdem ist es möglich, die Erkrankung bei mangelnder Hygiene mit blutkontaminierten Instrumenten zu übertragen.

Auch beim Putzen entstehen immer wieder kleinste Verletzungen. Die gemeinsame Verwendung von Putzzeug ist also ein weiteres Risiko

Symptome:

Die Krankheitsanzeichen sind alle eher unspezifisch, wie bei einer Vielzahl anderer viraler oder bakterieller Erkankungen.

  • Fieber bis zu 42°C, meist verläuft es in Schüben
  • Futterverweigerung und daraus folgend Schwäche und Gewichtsverlust
  • Ödeme an Gliedmassen und Bauch. Das sind Schwellungen, die sich mit dem Finger eindrücken lassen. Nimmt man nach einer Weile den Finger weg, bleibt eine Vertiefung zurück die sich nur langsam wieder füllt.
  • Blasse oder gelbe Schleimhäute mit punktförmigen Blutungen
  • Im Blut kann eine Anämie mit einem Mangel an Thrombozyten (Blutblättchen) und Erythrozyten (roten Blutkörperchen) nachgewiesen werden
  • Ataxie, das sind Bewegungsstörungen wie etwa Schwanken, häufiges Stolpern, kreuzen der Spur beim Laufen
  • bei Stuten kann es zur Unfruchtbarkeit kommen oder falls die Stute schon trächtig ist, kann der Embryo absterben.
  • Es können auch kolikartige Symptome auftreten.

Die oben gelisteten Symptome treten mehr oder weniger stark nach einer Inkubationszeit von 1-3 Wochen auf. Der Krankheitsverlauf kann perakut, akut, chronisch oder subklinisch sein, wobei der chronische Verlauf die häufigste Form ist. Die Pferde zeigen immer mal wieder für einige Tage Symptome.

Die Krankheit kann für lange Zeit unerkannt bleiben.

Diagnose:

Besteht aufgrund der Symptome und der Herkunft des Pferdes Verdacht auf EIA, wird ein Bluttest durchgeführt. Meist zunächst ein (schneller) ELISA-Test, anschließend der sicherere sog. Coggins-Test weist Antikörper gegen das EIA-Virus im Blut des Pferdes nach.
Aufgrund der langen Inkubationszeit ist ein einmaliger Test evtl. nicht aussagekräftig. Bei Verdacht ist daher eine 30 tägige Quarantäne vorgeschrieben, nach der das Pferd erneut auf Symptome überprüft wird.

Das Tierseuchengesetzt verbietet eine Behandlung positiv getesteter Pferde, sie müssen sofort getötet werden. Alle anderen Pferde des Bestandes, alle Kontakttiere sowie alle Einhufer in einem festgelegten Umkreis werden unter Quarantäne gestellt und müssen ebenfalls getestet werden.

Prophylaxe:

In Deutschland und Österreich schützt man sein Pferd, indem man es vor Insektenstichen schützt.

Fliegenspray und Schutzdecken sowie die Pflege von Koppeln und Wiesen helfen die Zahl der Stiche zu reduzieren.

Für die Einfuhr von Pferden aus Rumänien gelten besondere Bestimmungen:
Das Pferd muss mittels Coggins-Test auf EIA getestet werden und anschließend für 30 Tage in Quarantäne. Die Schweiz hat im September 2010 die Einfuhr von Pferden aus Rumänien generell untersagt.

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